Service-Pläne und Endkunden-Verwaltung funktionieren auf dem vServer fast identisch zum Shared-Reseller. Hier die vServer-spezifischen Unterschiede und wann Du eigene Service-Pläne brauchst.
Identisch zum Shared-Reseller
Die Mechanik ist gleich:
- Service-Plan = Template (Quotas, Features, Berechtigungen)
- Abonnement = Domain + Service-Plan + Endkunde
- Endkunde = Person/Firma mit eigenem Plesk-Customer-Login
Wenn Du den Shared-Reseller-Workflow kennst: Du kannst direkt loslegen.
Detailierte Workflows in unserer Reseller-KB:
- Service-Pläne anlegen — alle Felder, Empfehlungen
- Endkunden-Account anlegen — Wizard, Welcome-Mail
- Endkunden verwalten — Passwort-Reset, Suspendierung, Plan-Wechsel
- Bulk-Operationen mit WP-Toolkit — Massen-Updates über alle Endkunden
Hier nur die Unterschiede zum vServer.
vServer-spezifische Unterschiede
Quotas können großzügiger sein
Beim Shared-Reseller bist Du an die Tarif-Quota gebunden. Beispiel: Reseller Plus hat 500 GB Pool — wenn Du 25 Pläne mit je 50 GB anbietest, ist alles voll.
Beim vServer hast Du den ganzen Server. Quota nur durch Hardware:
- Solo (100 GB): 5–10 Pläne mit je 10–20 GB sinnvoll
- Studio (250 GB): 10–25 Pläne mit je 10–25 GB
- Werkstatt (500 GB): 20–50 Pläne
- Agentur (1 TB): 50–100+ Pläne
Du kannst auch unbegrenzte Quotas anbieten — zählt nur, was wirklich genutzt wird, und wir schicken Dir Quota-Warnung, wenn der Server voll wird.
Performance-Garantien pro Plan
Bei Shared-Reseller: alle Endkunden teilen den Server-Load. Du kannst nicht „garantiere ich diesem Kunden mehr CPU”.
Bei vServer: gleiches Limit, aber der ganze Server ist Deiner. Wenn Du einem Premium-Kunden mehr Leistung versprichst, hast Du in der Hand, andere Kunden in Maintenance-Phasen zu pausieren oder Resourcen-intensive Sites zu identifizieren.
Plan-Variante mit Docker
Ein Premium-Plan auf vServer kann Docker-Berechtigung beinhalten. Im Service-Plan in Berechtigungen → Docker-Verwaltung erlauben.
Endkunden mit diesem Plan können dann eigene Container starten (innerhalb von Plesks Docker-Kontext). Spannend für Tech-affine Kunden, die mehr als „klassisches Webhosting” wollen.
Vorsicht: Endkunden-Docker kann Server-Last erhöhen. Nur bei vertrauenswürdigen Kunden.
Empfohlene Plan-Strategie für vServer
4-Plan-Setup für mittlere vServer (Studio/Werkstatt)
1. Klein (für Hobby-Kunden, Vereins-Sites)
- 5 GB Diskspace, 5 DBs, 10 Mailpostfächer
- Standard-Berechtigungen
- ~5 €/Mon Endkunden-Preis
2. Standard (kleine Firmen, einzelne WordPress-Site)
- 20 GB Diskspace, 25 DBs, 50 Mailpostfächer
- DNS-Verwaltung, Backup-Restore
- ~10 €/Mon Endkunden-Preis
3. Premium (mehrere Sites, Shop)
- 100 GB Diskspace, unlimited DBs/Mail
- SSH, Cron, alle Features
- ~25 €/Mon Endkunden-Preis
4. Premium+ Docker (Tech-affine Premium-Kunden)
- 200 GB Diskspace, alles aus Premium
- Docker-Berechtigung
- ~50 €/Mon Endkunden-Preis
Single-Plan-Setup (wenn Du nur eigene Sites hostest)
Wenn Du keine Endkunden hast:
- Service-Pläne nicht anlegen
- Domains direkt im Reseller-Bereich aufschalten
- Du arbeitest mit den vollen Server-Resourcen
Resource-Monitoring der Endkunden
Anders als beim Shared-Reseller hast Du beim vServer bessere Sicht auf tatsächliche Resource-Nutzung:
- Plesk-Statistik: pro Endkunde Disk-/Traffic-Verbrauch
- Server-CPU-Last: in Plesk → Werkzeuge → Server-Performance
- Disk-IO pro Endkunde: bei sehr aktiven Sites identifizierbar
Mehr in Performance-Monitoring.
Endkunden-Migration vom Shared-Reseller
Wenn Du Endkunden vom Shared-Reseller-Tarif auf den vServer mitnehmen willst:
- Schreib uns Ticket — wir migrieren intern
- Endkunden-Logins, Service-Pläne, Domains, Daten kommen 1:1 mit
- DNS bleibt gleich
- Keine Downtime spürbar für Endkunden
Wir empfehlen: alle Endkunden auf einmal migrieren, nicht häppchenweise — sonst hast Du zwei Plesk-Bereiche zu verwalten.
Endkunden-Migration von externem Anbieter
Mit dem Plesk Migrator auf dem vServer kannst Du eigenständig Endkunden von einem anderen Plesk-Server holen:
- Plesk Migrator öffnen
- Quell-Server-Login eingeben
- Endkunden auswählen, die migriert werden sollen
- Migration läuft
Mehr in Plesk Migrator nutzen.
Bulk-Aktionen über Endkunden
Wie beim Shared-Reseller:
- WP-Toolkit für Mass-Updates aller WordPress-Sites
- Mass-Suspendierung (z.B. bei Wartung)
- Mass-Notifications
Detail in Bulk-Operationen mit WP-Toolkit (Reseller-KB) — der Workflow ist identisch.
Endkunden-Sicht — was sehen sie?
Endkunden-Plesk-View ist Standard-Customer-Plesk:
- Eigene Domains, Mail, DBs
- WP-Toolkit (wenn Service-Plan erlaubt)
- Backup-Restore (wenn erlaubt)
- File Manager
- Statistiken
Sie sehen nicht:
- Anderen Endkunden
- Reseller-Settings
- Server-OS-Funktionen
- Docker (außer Service-Plan erlaubt explizit)
Häufige Fragen
Kann ich Service-Pläne nachträglich ändern? Ja, mit Auswirkung auf alle zugewiesenen Kunden. Detail in Service-Pläne anlegen (Reseller-KB).
Wie viele Endkunden auf einem Studio-vServer (8 vCPU, 16 GB)? Realistisch: 25–50 aktive Endkunden mit Mischung aus statischen Sites und WordPress. Bei vielen High-Traffic-Sites: weniger.
Mein Reseller-Tarif ist überlastet — Wechsel zu vServer macht Sinn? Ja. Bei spürbaren Performance-Problemen oder >25 aktiven Endkunden lohnt der Wechsel. Wir migrieren intern, kein Aufwand.
Können Endkunden eigene Service-Pläne haben (Sub-Reseller)? Plesk Web Host erlaubt das technisch. In der Praxis bei vServer-Setups selten. Wenn Du wirklich Sub-Reseller machst, schreib uns — wir konfigurieren entsprechend.
Was passiert mit Endkunden bei Server-Defekt? RAID10 schützt gegen Plattenausfall. Bei Komplett-Server-Defekt: VM-Migration auf anderen Host. Plus tägliche Backups (alle 6h sogar) — schlimmstenfalls 6h Daten weg.
Kann ich einen Endkunden auf einen anderen vServer (auch eigenen) verschieben? Plesk Migrator macht das. Schreib uns Ticket, wenn Du Hilfe brauchst.
Service-Pläne über mehrere vServer synchronisieren — geht das? Plesk hat das nicht direkt. Workaround: Pläne manuell auf jedem Server gleich anlegen. Bei Bedarf bauen wir API-Integration auf Anfrage.
Weiter geht’s
Erste Anmeldung am Plesk vServer
Was Du nach der Bestellung bekommst, wie der Reseller-Login aussieht, wer was darf. Das Modell verstehen, bevor Du loslegst.
Was anders ist als beim Shared-Reseller
Plesk vServer hat einige Vorteile gegenüber dem Shared-Reseller-Tarif: dedizierte Resourcen, Docker, Plesk Migrator. Wann sich der Wechsel lohnt.
Docker im Plesk nutzen
Docker-Container direkt aus Plesk starten — eigene Apps, Tools, Test-Setups isoliert auf dem vServer betreiben. Setup, typische Use-Cases.
Plesk Migrator nutzen
Saubere Server-zu-Server-Migration mit dem Plesk-Migrator. Quell-Server angeben, Daten kommen rüber. Single-Site oder Massen-Migration.