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Knowledge Base · mittel

Performance-Monitoring auf dem vServer

Was Plesk an Statistiken zeigt, wann man skaliert, wie man Bottlenecks findet. Plus: was wir an Server-Monitoring im Hintergrund machen.

mittel ·

Bei dediziertem Server willst Du wissen, wie’s läuft — CPU-Last, RAM-Verbrauch, Disk-IO, Netzwerk. Plesk hat eingebautes Monitoring, plus wir machen Server-Monitoring im Hintergrund. Hier was Du selbst sehen kannst und wann Skalierung sinnvoll wird.

Was Plesk an Stats zeigt

In Plesk → Statistiken:

Server-Resource-Übersicht

  • CPU-Auslastung: aktuell und Verlauf
  • RAM-Verbrauch: belegt vs. verfügbar
  • Swap-Nutzung: hoffentlich nahe Null (wenn nicht: RAM zu klein)
  • Disk-Usage: pro Volume, gesamt
  • Disk-IO: Reads/Writes pro Sekunde
  • Netzwerk: eingehend/ausgehend in Mbit/s

Werte sind sekundengenau aktualisiert.

Pro-Endkunde-Statistiken

Wenn Du Endkunden hostest:

  • Disk-Verbrauch pro Endkunde
  • Traffic pro Endkunde
  • Mailbox-Größen
  • DB-Größen

Hilft beim Identifizieren der größten Verbraucher.

Pro-Domain-Statistiken

  • HTTP-Traffic (eingehend/ausgehend)
  • Anzahl Requests
  • AWStats / Webalizer für Besucher-Analyse

Server-Performance-Tab

In Plesk → Werkzeuge & Einstellungen → Server-Performance:

  • Response-Zeit für Standard-Plesk-Aktionen
  • Aktive Verbindungen
  • Worker-Pool-Status (PHP-FPM)
  • Datenbank-Verbindungen

Wenn was langsam ist, hier Indizien.

Kommando-Line-Tools (per SSH)

Über Reseller-SSH (chrooted) hast Du Standard-Tools:

top              # Process-Liste mit CPU-Last
htop             # bessere Variante
iostat -x 2      # Disk-IO live (per Ticket installierbar)
vmstat 2         # System-Stats
free -h          # RAM-Verbrauch
df -h            # Disk-Usage

Wenn htop oder iostat nicht installiert: Ticket bei uns, installieren wir.

Vom Reseller-SSH aus siehst Du nur Deine Reseller-Prozesse + öffentliche Server-Stats. Tieferer Zugriff geht nur über uns.

Erweitertes Monitoring (Add-on)

Standard ist Plesks eigenes Monitoring. Wenn Du mehr willst:

Plesk-Monitoring-Erweiterung

  • E-Mail-Alarme bei hoher Last
  • Webhook-Notifications
  • Detaillierte Metriken über Zeit

In Plesk-Erweiterungen aktivierbar.

Custom-Stack mit Grafana / Prometheus

Per Docker installieren:

# docker-compose.yml
services:
  prometheus:
    image: prom/prometheus
    volumes:
      - ./prom-config:/etc/prometheus
    ports:
      - "9090:9090"

  grafana:
    image: grafana/grafana
    ports:
      - "3000:3000"
    volumes:
      - grafana-data:/var/lib/grafana

volumes:
  grafana-data:

Mit Plesk-Reverse-Proxy auf Subdomain → eigenes Monitoring-Dashboard.

Mehr in Docker im Plesk.

Externer Monitoring-Service

UptimeRobot, Pingdom, BetterStack:

  • Externe Pings auf Deine Domains
  • Alarmierung bei Ausfall
  • Performance-Metriken aus Außensicht

Empfehlung: zusätzlich zu Server-internem Monitoring. Externe Sicht zeigt Probleme, die intern unsichtbar sind (DNS-Probleme, ISP-Routing-Issues).

Was wir im Hintergrund monitoren

Auf jedem unserer vServer läuft:

  • Hardware-Health (Temperatur, Disk-S.M.A.R.T., RAID-Status)
  • VM-Health (CPU-Steal-Time, Memory-Pressure)
  • Server-OS-Logs (Syslog, dmesg)
  • Plesk-Service-Status (Webserver, Mail, DB, Plesk-Daemon)
  • Backup-Status

Bei kritischen Events: wir bekommen sofort Alarm. Bei Hardware-Problemen agieren wir, bevor Du’s mitbekommst.

Du siehst diese Logs nicht direkt — bei Bedarf können wir gezielt nachsehen, sag uns Bescheid.

Wann skalierst Du

Indikatoren für CPU-Engpass

  • CPU-Auslastung dauerhaft >80%
  • Plesk-Aktionen sind träge
  • Webseiten-TTFB (Time-to-First-Byte) deutlich erhöht

→ Tarif-Upgrade auf nächste Stufe (mehr vCPU). Wir vergrößern die VM live.

Indikatoren für RAM-Engpass

  • RAM-Verbrauch >90%
  • Swap aktiv (sollte selten sein)
  • OOM-Kills (Out-Of-Memory) in Logs

→ Tarif-Upgrade.

Indikatoren für Disk-Engpass

  • Disk-Usage >90%
  • Backups schlagen fehl wegen Platzmangel
  • DB-Performance bricht ein

→ Tarif-Upgrade oder Daten-Bereinigung (alte Backups löschen, Cache aufräumen).

Indikatoren für Disk-IO-Engpass

  • Webseiten langsam trotz niedriger CPU
  • DB-Queries dauern lange
  • IO-Wait in top hoch

→ Storage-Optimierung (DB-Indizes, Query-Tuning) oder Tarif mit NVMe (Agentur-Tarif statt SSD-RAID10).

Indikatoren für Netzwerk-Engpass

  • 1 GBit-Anbindung dauerhaft am Limit
  • Hohe Latenz für Endkunden

→ Selten — meistens nicht das Bottleneck. Bei Bedarf: Multi-IP-Setup oder Custom-Bandbreite (Ticket).

Skalierung in der Praxis

Tarif-Upgrade live

Wir können in der Regel ohne Downtime:

  • vCPU erhöhen
  • RAM erhöhen

Storage-Vergrößerung braucht meist kurze Downtime (5-15 Min).

Tarif-Wechsel: Ticket bei uns, wir machen’s. Aufwand für Dich: keiner.

Vertikal vs. horizontal skalieren

Vertikal (mehr Resourcen pro Server): einfach, immer erste Wahl.

Horizontal (mehr Server): komplex, bei sehr großen Setups. Plesk unterstützt das nicht trivial — Workarounds:

  • Mehrere vServer mit jeweils eigenem Plesk
  • DB-Cluster (auf Anfrage einrichtbar)
  • CDN davorschalten (Cloudflare, BunnyCDN)

Für die meisten Setups reicht vertikal.

Bottleneck-Diagnose

Klassischer Workflow:

  1. Wo ist das Problem? — User-Report konkretisieren („alles langsam” reicht nicht)
  2. Wann? — Korrelation mit Lastspitzen, Cron-Jobs, externen Events
  3. Welche Resource? — CPU, RAM, Disk, Netzwerk
  4. Wer Verursacht es? — pro Domain, pro Container, pro Endkunde

Plesk-Statistiken decken Schritt 3 und 4 ab. Schritt 1-2 brauchst Du Reports von Endkunden.

Performance-Tipps für hohe Last

WordPress-Caching

  • Plugin WP Rocket oder W3 Total Cache
  • nginx-FastCGI-Cache (per Ticket einrichtbar)
  • Object-Cache mit Redis

DB-Optimierung

  • DB-Indizes prüfen (Tools wie Query Monitor in WordPress)
  • Lange Queries identifizieren
  • Read-Heavy-Workloads mit Cache (Redis) entlasten

Static-Asset-CDN

  • Cloudflare vor Domains schalten (kostenlos)
  • Statische Assets aus CDN ausliefern
  • Reduziert Server-Last massiv

PHP-OPcache

  • Default an
  • Bei größeren Sites: realpath_cache_size erhöhen
  • Wir tunen Default-Werte mit unserer Initialkonfig

Häufige Fragen

Sehe ich CPU-Last pro Domain? Eingeschränkt. Plesk zeigt aggregiert. Pro-Domain-CPU-Tracking braucht externe Tools (Grafana mit per-vhost Metriken, manuell aufzusetzen).

Wie früh warnt mich Plesk vor Disk-Voll? Default 80% und 95%. Anpassbar in Plesk-Notification-Settings.

OOM-Kills sehen — wie? Server-Log nötig. Per Ticket bei uns, wir liefern Auszug.

Wie groß darf eine Domain werden, bevor Performance leidet? Hängt von Workload ab. WordPress mit Caching: 100 GB+ kein Problem. Viele kleine Files (Image-Galerie): wird ab 1 Mio Files träge.

Wie viele Plesk-Domains kann ein Studio-vServer (8 vCPU, 16 GB)? 50–80 typisch. Bei vielen High-Traffic-Sites weniger. Limit oft RAM (jeder PHP-Pool reserviert ein paar MB), nicht CPU.

Plesk-Backup blockiert Server während Lauf? Backup macht Disk-IO-Last. Bei kleinen Setups merkst Du’s nicht, bei großen schon. Default läuft nachts. Bei Bedarf in andere Uhrzeit verschieben.

vCPU vs. Echte Kerne — was ist der Unterschied? Bei uns: vCPU = dedizierter physischer Kern. Keine Über­buchung. Wenn Du 8 vCPU hast, sind 8 Kerne reserviert.

Mein Server ist plötzlich langsam — was zuerst checken?

  1. CPU-Last (top) — was läuft
  2. Disk-Usage — voll?
  3. Mail-Queue (Spam-Welle?)
  4. WordPress-Login-Versuche (Brute-Force?)
  5. Bei Unklarheit: Ticket bei uns mit Zeitfenster, wir prüfen Logs

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plesk vserver performance monitoring

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