Service-Pläne sind das Herzstück Deiner Reseller-Verwaltung. Sie definieren die Ressourcen und Features, die ein Endkunden-Account hat. Sauber strukturierte Pläne sparen Dir massiv Zeit — Du musst nicht jeden Endkunden-Account einzeln konfigurieren.
Konzept
- Service-Plan = Template mit Quotas, Features, Berechtigungen
- Abonnement = Domain + Endkunde + zugewiesener Service-Plan
- Kunde = Person/Firma, die ein oder mehrere Abonnements hat
Beispiel:
- Du legst Service-Plan „Standard” mit 10 GB Speicher, 5 Datenbanken an
- Du erstellst Endkunde Müller GmbH
- Du legst für Müller ein Abonnement an: Domain
mueller.de+ Plan „Standard” - Müller hat damit 10 GB Speicher, 5 DBs für
mueller.de
Wenn Du den Plan „Standard” später auf 15 GB änderst, werden alle Müller-artigen Kunden automatisch upgraded — keine manuelle Anpassung pro Kunde.
Service-Plan anlegen
In Plesk: Service-Pläne → Hinzufügen.
Felder durchgehen — wir gehen die wichtigsten durch.
Tab „Allgemein”
- Plan-Name: sprechend (z.B. „Klein”, „Standard”, „Shop”)
- Beschreibung: für Dich, intern
- Status: aktiv (Default)
Tab „Ressourcen”
Hier setzt Du die Quotas:
| Setting | Empfehlung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Diskspace | 10 GB / 25 GB / 100 GB | je nach Kundenklasse |
| Traffic | unbegrenzt oder 100 GB/Mon | Default unbegrenzt für Webhosting |
| Anzahl Domains | 1 / 5 / 10 | Hauptdomain + Subdomains |
| Anzahl Mailpostfächer | 5 / 25 / unbegrenzt | nach Größe |
| Anzahl Datenbanken | 5 / 25 / unbegrenzt | für WordPress/Shop |
| Anzahl Subdomains | 5 / 25 / unbegrenzt | |
| Anzahl Web-Benutzer | 1 / 5 | für Sub-FTP-Accounts |
Denke wie bei einem Hosting-Tarif für Endkunden: was bietest Du für welchen Preis an?
Tab „Berechtigungen”
Welche Plesk-Funktionen darf der Endkunde selbst nutzen?
- DNS verwalten: ja/nein
- Mailadressen verwalten: ja/nein
- Datenbanken verwalten: ja/nein
- Anwendungen installieren (Softaculous): ja/nein
- Sicherung erstellen / wiederherstellen: ja/nein
- WordPress Toolkit: ja/nein
- PHP-Einstellungen ändern: ja/nein
- SSH-Zugang: ja/nein
- Skript-Ausführung (Cron): ja/nein
Klassische Konfigurationen:
Plan „Klein” (Hobby-Kunden)
- Mail-Verwaltung: ja
- DNS: nein (Du verwaltest)
- DB: ja
- App-Installer: ja
- Backup-Restore: nein (Du machst’s für sie)
- WP-Toolkit: ja
- SSH: nein
Plan „Standard” (kleine Firmen)
- Alles aus „Klein”
- Plus DNS-Verwaltung
- Plus Backup-Restore
- Plus PHP-Einstellungen
Plan „Premium” (Webagentur-Sub-Kunden, IT-affine Kunden)
- Alles aus „Standard”
- Plus SSH
- Plus Cron-Jobs
- Plus Web-Benutzer (Sub-FTP-Accounts)
Tab „Hosting-Parameter”
- PHP-Versionen: welche darf der Endkunde wählen
- PHP-Handler: PHP-FPM (Default)
- OPcache: an
- Webserver: nginx vor Apache (Default)
- SSL: Standard Let’s Encrypt aktivieren
- HTTP/2: an
- HSTS: an
Diese Settings gelten für alle Domains des Kunden mit diesem Plan.
Tab „Mail”
- Catch-all: Default aus (vermeidet Spam-Probleme)
- DKIM: an
- SPF: an
- DMARC: an
- Greylisting: optional an (mehr Spam-Schutz, etwas Mail-Verzögerung)
Tab „DNS”
DNS-Template-Settings:
- DNS-Zone-Vorlage: was bei Domain-Anlage automatisch eingetragen wird
- TTL: Standard 3600 (1 Stunde) — bei DNS-Änderungen reagiert die Welt schnell
- DNSSEC: optional an
Standard-Records werden bei Domain-Anlage automatisch gesetzt:
- A-Record auf Server-IP
- AAAA-Record auf IPv6
- MX-Record auf
mail.<domain> - SPF, DKIM, DMARC
Tab „Backup”
Pro Plan eigene Backup-Strategie:
- Auto-Backup: täglich (Default — wir empfehlen drinlassen)
- Retention: 7 Tage (Default)
- Externe Storage: optional, für Premium-Kunden
Plan-Vorschlag — was wir empfehlen
Drei-Plan-Strategie:
-
Klein (z.B. 5 €/Mon Endkunden-Preis)
- 5 GB Diskspace
- 5 DBs, 5 Mailpostfächer
- Standard-Berechtigung
- Mehr-Domains: 1
-
Standard (z.B. 10 €/Mon Endkunden-Preis)
- 25 GB Diskspace
- 25 DBs, 25 Mailpostfächer
- Mehr Berechtigungen (DNS, Backup-Restore)
- Mehr-Domains: 5
-
Premium (z.B. 25 €/Mon Endkunden-Preis)
- 100 GB Diskspace
- Unlimited DBs, Mailpostfächer
- SSH, Cron, alles
- Mehr-Domains: 10
Mit dieser Drei-Stufen-Logik deckst Du 80% Deiner Kunden ab. Spezial-Pläne (Shop, Multi-Site) machst Du als zusätzlich.
Service-Plan einem Kunden zuweisen
Beim Anlegen eines neuen Endkunden-Abonnements (siehe Endkunden-Account anlegen): Plan-Auswahl.
Bei Bestehenden: Kundenliste → Kunde → Abonnements → Plan ändern.
Bei Plan-Wechsel: Quotas werden sofort angepasst. Wenn Kunde mehr verbraucht hat als das neue Plan-Limit, gibt’s Warnung.
Plan ändern — Auswirkungen
Wenn Du einen bestehenden Plan ändert (z.B. Diskspace-Limit erhöhen):
- Alle Kunden mit dem Plan bekommen Erhöhung sofort
- Bei reduzieren der Limits: Plesk warnt, wenn Kunde überschreiten würde
Vorsicht: aktive Plan-Änderung wirkt rückwirkend. Bei sicheren Tests: neuen Plan anlegen, einzelnen Kunden umstellen, dann erst breit anwenden.
Plan löschen
Pläne können gelöscht werden, wenn keine Kunden zugewiesen sind.
Wenn Du einen Plan loswerden willst: erst alle Kunden auf anderen Plan umsetzen, dann löschen.
Häufige Stolperfallen
„Plan kann nicht erstellt werden, Resource-Limit überschritten”
Plesk prüft, ob der Plan im Reseller-Tarif Platz hat. Wenn Du z.B. nur 1 TB Reseller-Speicher hast und den Plan auf 500 GB pro Kunde setzt — bei mehreren Kunden verträgt’s der Tarif nicht.
Lösung: Plan-Diskspace anpassen oder Reseller-Tarif upgraden.
Kunde wundert sich über fehlende Funktion
„Warum kann ich nicht in Sicherheit klicken?” — wahrscheinlich Plan-Berechtigung „Sicherheit verwalten” deaktiviert.
Lösung: Plan-Konfig prüfen, evtl. Custom-Plan für den einen Kunden anlegen.
Plan-Vorlage vs Plan
In Plesk gibt’s auch Service-Plan-Vorlagen (Templates für neue Pläne). Klingt ähnlich wie Service-Plan, ist aber Meta-Ebene. Im Reseller-Tarif selten relevant.
Häufige Fragen
Wie viele Service-Pläne kann ich anlegen? Praktisch unbegrenzt. In Praxis: 3-5 ausreichend. Mehr macht’s nur unübersichtlich.
Sehen Endkunden ihren Plan-Namen? Im Customer-Plesk-View nicht direkt. Sie sehen ihre Quotas. Plan-Name ist Reseller-intern.
Kann ich Plan kopieren als Basis für neuen? Ja: Plan-Liste → Kontextmenü → Klonen. Praktisch um „Plan B” als Variante von „Plan A” zu starten.
Plan-Preise — werden die Endkunden gezeigt? Nein. Plesk verwaltet Ressourcen, kein Billing. Endkunden-Preise sind Dein Geschäft.
Custom-Settings pro Endkunde — geht das? Ja. Pro Abonnement gibt’s „Custom”-Modus mit individuellen Quotas, die vom Plan abweichen.
Kann ich Plan-Änderungen rückwirkend rollbacken? Plesk hat keinen Plan-Versionsverlauf. Im Zweifel: Plan duplizieren („Standard v2”), neue Kunden auf v2, alte bleiben auf v1. Bei Konflikt: zurücksetzen manuell.
Wenn Reseller-Tarif voll ist — gibt’s Plan-Probleme? Wenn ein Kunde über sein Limit will, Plesk verweigert. Wenn der Reseller-Gesamt-Speicher voll ist, kannst Du keine neuen Kunden mehr anlegen.
API zum Plan-Management? Plesk hat eine REST-API. Auf Anfrage geben wir Zugang. Für Standard-Reseller nicht nötig.
Weiter geht’s
Erste Anmeldung als Reseller
Was Du nach der Bestellung als Reseller bekommst, wie der Reseller-Plesk-Bereich aussieht und worin der Unterschied zum Single-Webhosting liegt.
Reseller-Übersicht und Navigation
Tour durch die Plesk-Service-Provider-View: Kundenliste, Abonnements, Service-Pläne, Statistiken — und wo Du sie findest.
Endkunden-Account anlegen
Neuer Kunde + erstes Abonnement: Customer-Daten, Service-Plan zuweisen, Domain anlegen, Login-Mail. Schritt für Schritt.
Endkunden verwalten
Passwort-Reset, Suspendierung, Resource-Anpassung, Account-Löschung. Tägliche Reseller-Aufgaben rund um den Endkunden-Lifecycle.