Der Plesk Migrator ist Plesks eigenes Tool für Server-zu-Server-Umzüge — und auf jedem unserer vServer vorinstalliert. Du gibst Quell-Server-Login an, der Migrator zieht alles rüber: Files, DB, Mail, DNS, Plesk-Konfig. Hier wie’s praktisch geht.
Was der Migrator kann
Quell-Systeme:
- Plesk-Server (alle Versionen ab Plesk 12)
- cPanel-Account (mit Backup oder Live-Zugang)
- Generischer Linux-Server (mit FTP/SSH-Zugang) — eingeschränkt
Was migriert wird:
- Webseiten-Files (komplett)
- Datenbanken (MySQL/MariaDB)
- Mailpostfächer mit allen Mails (per imapsync)
- DNS-Records
- Plesk-Settings (PHP-Versionen, SSL, Subdomains, Aliasse)
- Cron-Jobs
- FTP-Accounts
- Endkunden-Accounts (bei Plesk-Quelle, wenn Du als Reseller migrierst)
Was nicht migriert wird:
- Custom-OS-Konfiguration (z.B. eigene Apache-Direktiven)
- Server-eigene Skripte außerhalb von Plesk
- Spezielle Installations-Tools (manche älteren CMS-Setups)
Migrator öffnen
In Plesk → Erweiterungen → Plesk Migrator.
Beim Erststart fragt Migrator nach:
- Lizenz-Bestätigung (kostenlos, aber Bestätigungs-Klick)
- Quell-Server-Daten (kannst Du gleich oder später eintragen)
Single-Site-Migration
Klassischer Use Case: Du hast eine Webseite beim alten Anbieter, willst sie zu Deinem neuen vServer.
Voraussetzungen
- Quell-Server hat Plesk oder cPanel
- Du hast SSH oder Plesk-Admin-Login zum Quell-Server
- Domain bei Dir aufgeschaltet (oder bald aufgeschaltet)
Schritte
- Plesk Migrator → Add a Source
- Quell-Typ wählen:
- Plesk-Server: URL, Username, Passwort
- cPanel: URL, Username, Passwort
- SSH-Server: IP, SSH-Port, Username, Passwort/Key
- Migrator verbindet sich, listet verfügbare Sites
- Site auswählen, die migriert werden soll
- Ziel-Konfiguration: Domain auf Deinem vServer, Service-Plan (wenn Reseller-Setup)
- Zusatz-Optionen:
- Mailpostfächer mit migrieren
- DNS-Records mit migrieren
- Start Migration
Migrator läuft. Bei größeren Sites: Stunden. Du kannst zwischendurch Status prüfen.
Nach Migration
- Test-URL auf Deinem vServer aufrufen — passt alles?
- Bei Problemen: Migrator-Logs einsehen, gezielt nachziehen
- DNS-Wechsel beim Domain-Registrar: Nameserver auf
ns1.xaweho.deundns2.xaweho.de
DNS-Propagation: 1–24h. Während dieser Zeit sehen manche Besucher noch alte Site, andere neue.
Massen-Migration mehrerer Sites
Wenn Du als Reseller mehrere Endkunden vom alten Anbieter holst:
- Add Source mit Plesk-Reseller-Login auf Quell-Server
- Migrator zeigt alle Endkunden-Accounts der Quelle
- Markiere die zu migrierenden
- Bulk-Migration starten — läuft pro Endkunde sequenziell
Bei 30+ Endkunden: kann mehrere Tage dauern. Migrator macht das im Hintergrund.
Mail-Migration
Mail ist der heikelste Teil. Migrator nutzt imapsync:
- IMAP-Verbindung zum Quell-Mailserver
- Kopiert alle Folder, alle Mails, Read/Unread-Flags
- Inkrementell (zweiter Lauf nimmt nur neue Mails)
Bei großen Postfächern (>10 GB): kann Stunden dauern.
Empfehlung:
- Erst-Sync lange vor DNS-Wechsel starten — Migrator kopiert vorhandene Mails
- Final-Sync kurz vor / während DNS-Wechsel — neue Mails kommen mit
- Optional dritter Lauf nach DNS-Wechsel für Mails, die zwischen Sync-Phasen reinkamen
DNS-Strategie
Alte DNS bleibt aktiv beim alten Hoster, bis Du:
- TTL beim alten DNS-Provider auf 300 (5 Min) reduzieren — mind. 24h vorher
- Nameserver beim Registrar auf unsere wechseln
- Propagation abwarten (typisch 1-24h)
Während Propagation:
- Manche Besucher gehen alt, manche neu
- Mails kommen evtl. an beiden Servern an
Mit Plesk Migrator und imapsync-Final-Lauf: kein Datenverlust, alle Mails kommen an.
Test-URL auf Plesk
Plesk gibt jeder Domain eine Test-URL: <deinedomain.de>.xaweho.de (Format kann variieren).
Du kannst Site testen, ohne DNS bereits umzustellen — Inhalte sind sichtbar, alle Funktionen testbar.
Wenn alles okay: DNS-Wechsel.
Stolperfallen
Quell-Server hat eingeschränkten SSH-Zugang
Manche alte Anbieter geben kein SSH oder nur stark eingeschränkten Zugang. Plesk-Migrator kann’s auch über Plesk-API ansprechen — funktioniert, ist nur etwas langsamer.
Wenn nichts geht: Plesk-Backup vom alten Server runterladen, manuell hochladen, restoren. Mehr in Webseite migrieren zu xaweho (Plesk-Webhosting-KB).
PHP-Version-Inkompatibilität
Wenn alter Server auf PHP 7.4, Du auf PHP 8.x: manche Plugins brechen.
Lösung: nach Migration PHP-Version pro Domain individuell setzen, schrittweise upgraden.
.htaccess mit Apache-Modulen, die wir nicht haben
Wenn altes Setup spezielle mod_xyz-Direktiven hat, die bei uns nicht aktiv sind: kommt nicht durch. Bei Bedarf: Modul aktivieren — Ticket bei uns.
Datenbank-Charset
Alte DB latin1, neue utf8mb4 — Umlaute kaputt. Migrator macht typischerweise Konversion, gelegentlich nicht. Nachträglich:
ALTER DATABASE deinedb CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_unicode_ci;
URLs hartcodiert in DB
WordPress hat oft hartcodierte URLs in DB-Tabellen. Nach Migration:
- Plugin Better Search Replace:
http://altedomain→https://neuedomain - Oder per WP-CLI
Mehr in WordPress migrieren zu xaweho.
Sehr große Datenbanken
DB > 10 GB: Migrator wird langsam. Workaround: separate mysqldump per SSH, Datei rüber, Import auf Ziel-Plesk.
Bei wirklich großen Sites: schreib uns Ticket, wir machen das mit optimierten Tools.
Wir machen Migration auch komplett für Dich
Wenn Du keinen Bock auf Migrator-UI hast oder spezielle Anforderungen:
Schreib uns Ticket: „Bitte Migration vom alten Anbieter, Zugangsdaten anbei”.
Wir machen:
- Quell-Datenanalyse
- Migrations-Plan
- Daten-Übertragung mit unseren Tools (Migrator, manuell, oder rsync+SQL)
- DNS-Schaltungs-Termin abstimmen
- Live-Schaltung
Kostenlos im Rahmen unserer Möglichkeiten. Bei extrem komplexen Setups Aufwand-Pauschale, sagen wir vorher Bescheid.
Migrator vs. Plesk-Backup-Restore
Zwei Wege, Daten von altem Plesk zu uns zu bringen:
Plesk Migrator
- Pro: live, keine zwischenzeitliche Backup-Datei
- Pro: inkrementelle Mail-Sync möglich
- Pro: bulk über mehrere Endkunden
- Con: braucht laufenden Quell-Server
Plesk-Backup-Restore
- Pro: kein Zugang zum Quell-Server nötig
- Pro: gut für „Ich hab nur Backup-File”-Szenarien
- Con: Mail-Stand zum Backup-Zeitpunkt
- Con: pro Endkunde separat
Empfehlung: Migrator wenn Quell-Server live, Backup wenn er weg / nicht erreichbar.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Single-Site-Migration? Kleine Site (1 GB Files, 100 MB DB, 1 Mailpostfach): 30-60 Min. Mittlere Site (10 GB, 1 GB DB, 5 Postfächer): 2-4 Stunden. Große Site (50 GB+): mehrere Stunden bis Tag.
Migrator-Lizenz — kostet was? Nein, Plesk Migrator ist kostenlos.
Bricht der Migrator bei Verbindungsproblemen ab? Hat Retry-Logik. Bei längeren Aussetzern (Quell-Server stundenlang weg) bricht ab — kann manuell neu gestartet werden, fängt wo’s stehen geblieben war.
Daten kommen verschlüsselt? Quell-zu-Ziel-Verbindung TLS. Migrator nutzt SSH/HTTPS. Sicher.
Funktioniert auch von Hetzner / Strato / 1blu? Ja, sofern Plesk oder cPanel dort installiert ist. Bei reinem Webhosting ohne Panel: andere Methode (manuell oder Backup-Datei).
Kann ich während Migration auf neue Site zugreifen? Während Files-Migration: ja, aber wackelig. Während DB-Final-Sync: lieber nicht. Während Mail-Sync: ja.
Was, wenn Migration mittendrin abbricht? Migrator-Status zeigt, wo’s stand. Restart fängt da an, läuft fertig. Bei Problemen Logs prüfen oder Ticket bei uns.
Mehrere Migrationen parallel? Eingeschränkt. Migrator kann eine aktive Job-Queue haben. Bei sehr großen Massen-Migrationen: lieber sequenziell, ist weniger fehleranfällig.
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