Backup-Strategie ist beim Reseller-Geschäft besonders wichtig — wenn ein Endkunde Daten verliert, hängt das Wohl/Wehe Deines Geschäfts oft daran. Hier was xaweho automatisch macht und was Du als Reseller zusätzlich einrichten kannst.
Was wir automatisch machen
Daily-Backup für jeden Endkunden
Jeder Endkunden-Account wird täglich gesichert:
- Files:
/httpdocs/,/wp-content/, alle Web-Files - Mailpostfächer: alle Mails inkl. Gesendet, Spam, Trash
- Datenbanken: alle MySQL/MariaDB-DBs des Kunden
- Plesk-Konfig: alle Account-Settings
Retention 7 Tage
7 Tage zurück, jeden Tag eine Version. Bei Bedarf auf 14 oder 30 Tage erweiterbar (kostet etwas mehr Server-Storage).
Externe Backup-Storage
Backups landen auf separatem Backup-Server, nicht auf demselben Server wie die Live-Daten. Bei Server-Crash sind Backups sicher.
Verschlüsselung
Backups werden serverseitig verschlüsselt. Auch wir können Inhalte nicht im Klartext lesen ohne Restore-Vorgang.
Self-Service-Restore
Endkunden können selbst Backups wiederherstellen — wenn Service-Plan das erlaubt.
In Customer-Plesk: Konto → Backup → Liste der Backups → Wiederherstellen.
Optionen:
- Komplett-Restore (alle Files, Mail, DB)
- Selektiv (nur Files, oder einzelne Datei)
Wenn Endkunde sich nicht traut: Du als Reseller kannst auch Restore machen.
Du als Reseller machst Restore für Kunden
Klassischer Use Case: Endkunde meldet „meine WordPress-Site ist kaputt”.
In Plesk Reseller-View:
- Kunden → Kunde → Abonnement → Backup
- Liste vorhandener Backups
- Backup-Eintrag → Wiederherstellen
- Selektiv oder Komplett
Restore läuft, dauert je nach Größe Minuten bis Stunden.
Custom Backup-Settings pro Service-Plan
Im Service-Plan kannst Du Backup-Verhalten pro Endkunden-Klasse einstellen:
Klein-Plan
- Daily-Backup: ja
- Retention: 7 Tage
- Self-Service-Restore: nein (Du machst das)
Standard-Plan
- Daily-Backup: ja
- Retention: 7 Tage
- Self-Service-Restore: ja
- Manuelles Backup: erlaubt
Premium-Plan
- Daily-Backup: ja
- Retention: 14 Tage
- Self-Service-Restore: ja
- Manuelles Backup: erlaubt
- Externes Backup-Ziel: konfigurierbar
Externes Backup-Ziel
Wenn Endkunden zusätzliches Backup auf eigenen Server wollen:
In Customer-Plesk → Backup → Remote-Storage:
- FTP/SFTP zu externem Server
- Cloud-Storage (S3, Backblaze B2, Google Cloud)
- WebDAV
Endkunde gibt eigene Backup-Server-Daten ein. Plesk schiebt Backups dahin.
Praktisch z.B. wenn Kunde ein eigenes NAS hat.
Manuelles Backup
Vor riskanten Aktionen (Plugin-Update, PHP-Wechsel, Migration) empfohlen:
In Customer-Plesk → Backup → + Backup erstellen → Inhalt wählen.
Plus: WordPress-Toolkit hat eigene Backup-Funktion pro WP-Site, läuft parallel.
Backup-Größe und Reseller-Quota
Backups belegen Diskspace im Reseller-Tarif. Bei vielen Endkunden + großer Aktivität: Quota voll.
Lösungen:
- Kürzere Retention: 7 statt 14 Tage
- Externes Backup-Ziel für große Endkunden
- Reseller-Tarif-Upgrade
In Reseller-Statistik siehst Du Backup-Anteil am Diskspace-Verbrauch.
Was ist nicht im Plesk-Backup
- Server-OS (machen wir auf Hypervisor-Ebene)
- Andere Reseller-Accounts
- Plesk selbst
Alles was zu einem Endkunden-Account gehört: drin.
Disaster-Recovery — wenn alles schiefgeht
Worst Case: einzelner Endkunde-Account komplett gelöscht (Endkunde drückt versehentlich, Hack, oder Du als Reseller machst Mist).
Recovery-Strategie:
- Plesk-Daily-Backup (7 Tage zurück) — sollte verfügbar sein
- Wenn nicht in Plesk: schreib uns Ticket — wir haben zusätzliche Server-Snapshots, die wir aktivieren können
- Manuelle File-Wiederherstellung aus Server-Snapshot
Bei großen Schäden (gesamter Reseller-Bereich kaputt): wir haben Off-Site-Backups, die wir restoren können.
Backup-Status monitoren
Plesk schickt Notifications bei:
- Erfolgreichem Backup (täglich, optional)
- Fehlgeschlagenem Backup (immer)
- Ausstehende Backup-Verlängerung
Pro Endkunde aktivierbar. Reseller bekommt Kopien.
Empfehlung: 1× wöchentlich Backup-Status-Liste durchsehen, sicherstellen alles läuft.
Praktische Restore-Workflows
Endkunde meldet „Datei verloren”
- Welche Datei, welcher Stand wann?
- In Plesk Backup-Liste: passende Tag-Sicherung
- Inhalte erkunden → Datei suchen → Wiederherstellen
- Endkunde testen lassen
Dauer: 5-15 Min.
Endkunde meldet „Webseite ist hacked”
- Site offline schalten (Maintenance-Mode oder Plesk-Suspendierung)
- Letztes Backup vor Hack identifizieren (Logs prüfen)
- Komplett-Restore aus dem Backup
- Site sichern (Passwörter ändern, Plugins updaten, Sicherheits-Scan)
- Site wieder live schalten
Dauer: 1-3 Stunden, je nach Site-Größe.
Endkunde will von 6 Monate altem Stand zurück
Plesk-Daily-Backup hat nur 7 Tage. Älter geht nicht direkt.
Workaround: schreib uns Ticket — wir prüfen, ob Server-Snapshot von vor 6 Monaten noch existiert. Manchmal ja (Off-Site-Backups), manchmal nicht. Keine Garantie.
Stolperfallen
Backup-Quota voll, neue Backups schlagen fehl
Plesk meldet das. Aktion: alte Backups löschen oder Retention reduzieren.
Restore-Konflikt mit aktiver Site
Wenn Endkunde gerade aktiv arbeitet und Du Komplett-Restore machst: alle laufenden Sessions verloren.
Lösung: vor Restore Endkunden informieren, kurz Site offline, dann Restore.
Encrypted Backup, Passwort verloren
Wenn Du verschlüsseltes Backup mit eigenem Passwort gemacht hast und Passwort weg: Backup unwiederherstellbar. Auch wir können nicht helfen.
Empfehlung: Verschlüsselungs-Passwörter im Passwort-Manager.
Mail-Restore restored auch alte gelöschte Mails
Mailpostfach-Restore stellt Stand zum Backup-Zeitpunkt her. Alle Mails seit Backup → weg, alte gelöschte → wieder da.
Alternativen: nur einzelne Datei aus Backup ziehen, statt Komplett-Mail-Restore.
Häufige Fragen
Wie groß sind Backups insgesamt? Komprimiert ca. 50-70% der Original-Daten. Bei 100 GB Endkunden-Daten: ~70 GB Backup-Storage zusätzlich.
Werden Backups inkrementell gemacht? Plesk macht Differential-Backups: nur Änderungen seit letztem Vollbackup. Spart Storage, beschleunigt Backup.
Können Endkunden Backups runterladen? Im Service-Plan aktivierbar — Endkunde kann Plesk-Backup als TAR/ZIP runterladen.
Wie lang dauert Komplett-Restore bei 50 GB? ~30-60 Min, je nach Server-Last und Komplexität.
Backup-Verschlüsselung — verlangsamt das? Ja, etwa 10-20% mehr Backup-Zeit. In Praxis meist irrelevant.
Test-Restore in eigene Test-Umgebung? Plesk hat keine direkte „Restore in andere Domain”-Funktion. Workaround: WordPress-Toolkit-Klon-Funktion oder manuell auf Test-Server importieren.
Off-Site-Backup-Wahrscheinlichkeit? xaweho hat eigene Off-Site-Backup-Strategie auf Hypervisor-Ebene, plus eure Plesk-Backups. Doppelter Schutz.
Endkunde will Backup-Daten nach Vertragsende mitnehmen? Bevor Du den Account löschst: letztes Plesk-Backup runterladen, dem Kunden geben. Standard-Format ist gut transportabel.
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