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KMail auf Linux einrichten (KDE)

KMail ist die Mail-Komponente von KDE PIM. Auf KDE-Plasma die natürliche Wahl. So verbindest Du es mit Mailcow per IMAP, plus Kalender und Kontakte über KOrganizer und KAddressBook.

mittel ·

KMail ist die Mail-Komponente der KDE-PIM-Suite — auf KDE-Plasma-Desktops oft Standard. Zusammen mit KOrganizer (Kalender) und KAddressBook (Kontakte) bildet sie die KDE-Variante einer Outlook-mäßigen Suite. Alles drei zusammen heißt Kontact.

Aus unserer Erfahrung: stabil mit IMAP, gut mit CalDAV/CardDAV, kein Exchange ActiveSync.

Voraussetzungen

  • KMail / Kontact installiert
    • Debian/Ubuntu: sudo apt install kmail kontact
    • Fedora: sudo dnf install kmail kontact
    • Auf KDE-Plasma meist vorinstalliert
  • Postfach besteht
  • App-Passwort, falls 2FA aktiv

Konto einrichten

  1. KMail starten (oder Kontact, dann auf Mail-Tab).

  2. Erster Start: Konto-Setup-Wizard. Sonst: Einstellungen → KMail einrichten → Konten → Hinzufügen.

  3. IMAP-E-Mail-Server auswählen → Hinzufügen.

  4. Tab Allgemein:

FeldWert
Konto-Namefrei wählbar
Benutzernamevolle Mail-Adresse
PasswortPostfach- / App-Passwort
Eingangs-Servermail.xaweho.de
  1. Tab Erweitert (oder „Filter / Dummies”, je nach Version):
FeldWert
SicherheitSSL/TLS
Port993
AuthentifizierungPlain-Text
  1. OK → Konto wird angelegt.

SMTP / Versand-Server

KMail nutzt einen separaten SMTP-Setup:

  1. Einstellungen → Konten einrichten → Versand → Hinzufügen.
  2. SMTP wählen.
  3. Felder:
FeldWert
Namefrei wählbar
Servermail.xaweho.de
Port587
VerschlüsselungTLS / STARTTLS
Authentifizierungs-MethodePlain
Benutzernamevolle Mail-Adresse
PasswortPostfach- / App-Passwort
  1. Server erfordert Authentifizierung → aktivieren.

  2. OK.

Identität verknüpfen

KMail trennt Identität (wer Du bist beim Senden) und Konto (welcher Server). In Einstellungen → Identitäten → Hinzufügen oder Bearbeiten:

  • Name: Anzeigename
  • E-Mail-Adresse: volle Mail-Adresse
  • Signatur: optional
  • Erweitert: zugehöriger Versand-Server (das vorhin erstellte SMTP-Konto)

KOrganizer — Kalender via CalDAV

  1. KOrganizer öffnen (oder Kontact → Kalender-Tab).
  2. Einstellungen → Konfigurieren → Allgemein → Kalender → Hinzufügen.
  3. DAV-Groupware-Ressource wählen.
  4. Felder:
FeldWert
Anzeigename„Mailcow Kalender”
Benutzernamevolle Mail-Adresse
PasswortPostfach- / App-Passwort
DAV-Server-URLhttps://mail.xaweho.de/SOGo/dav/<deine-mailadresse>/
  1. Verbinden → KOrganizer holt die Kalender-Liste.

KAddressBook — Kontakte via CardDAV

Analog:

  1. KAddressBook öffnen.
  2. Einstellungen → Datei-Hinzufügen → DAV-Groupware-Ressource.
  3. Selbe Verbindungsdaten wie für CalDAV.

CalDAV und CardDAV teilen sich denselben DAV-Account in KDE-PIM — Du musst es also nicht zweimal einrichten.

Eigenheiten von KMail / Kontact

Akonadi-Cache: KDE-PIM verwendet Akonadi als Backend-Datenbank für alle Daten — Mail, Kalender, Kontakte. Das ist mächtig, aber gelegentlich zickig. Bei Sync-Problemen:

akonadictl stop
akonadictl restart

Bei sehr hartnäckigen Problemen kann der Akonadi-Cache komplett zurückgesetzt werden:

rm -rf ~/.local/share/akonadi

Beim nächsten Start baut KMail/Akonadi den Cache neu auf — Mails werden vom Server neu geholt.

Lokale Filter: KMail hat sehr mächtige lokale Filter — komplexe Regeln möglich. Aber: lokale Filter laufen nur, wenn KMail offen ist. Für Server-side: Sieve im Webmail.

KMail-Sieve-Editor: KMail hat sogar einen eingebauten Sieve-Editor unter Einstellungen → KMail → Filter → Verwalten von Sieve-Skripten. Damit kannst Du serverseitige Sieve-Filter direkt vom KMail aus bearbeiten — schöne Funktion.

HTML-Mail-Anzeige: KMail rendert HTML standardmäßig nicht (Sicherheit). Pro Mail kannst Du HTML-Anzeige aktivieren oder global in den Einstellungen.

Bekannte Probleme

Akonadi friert beim Start ein: häufig nach Distro-Updates. Lösung: akonadictl restart oder den ganzen Cache neu aufbauen.

Sync-Fortschritt-Anzeige: KMail kann bei großen Sync-Operationen langsam wirken — Akonadi indexiert die Daten lokal, das dauert. Im Hintergrund läuft das durch.

HTML-Layout in manchen Newslettern kaputt: KDE’s QtWebKit-Renderer ist nicht auf Höhe von Chromium-basierten Renderern. Wenn ein Newsletter so überhaupt nicht passt: per externem Browser anschauen.

Häufige Fragen

KMail oder Thunderbird auf KDE? KMail integriert sich besser in KDE-Plasma (Notifications, KAddressBook, KOrganizer). Thunderbird ist eine eigenständige App, aber stabiler im Cross-Distro-Alltag. Wer KDE-fan ist: KMail. Wer Cross-Plattform-Konsistenz will: Thunderbird.

Akonadi nervt mich — gibt’s KMail ohne? Akonadi ist in modernem KMail tief integriert. Ohne Akonadi gibt’s KMail nicht in der aktuellen Version. Wer Akonadi unbedingt vermeiden will: Thunderbird oder Evolution.

Verschlüsselung mit OpenPGP / S/MIME? Voll unterstützt. Einstellungen → Identitäten → Verschlüsselung — dort PGP-Keys oder S/MIME-Zertifikate hinterlegen.

Speicher-Verbrauch? Akonadi cached alles lokal. Bei großen Postfächern kann das mehrere GB werden. Cache-Verzeichnis: ~/.local/share/akonadi/db_data.

Backup von KMail? Sicher das ~/.local/share/akonadi/-Verzeichnis und ~/.config/kmail* für die Konfiguration. Auf neuem Rechner zurückspielen, Akonadi neu starten — Konten und Mails sind wieder da.

Lässt KMail sich theme-anpassen? Ja, über KDE-System-Settings → Erscheinungsbild → globales Theme. KMail folgt dem Plasma-Look. Eigene KMail-Themes auch möglich.

Kontact vs KMail — Unterschied? Kontact ist die integrierende Hülle (Tabs für Mail, Kalender, Kontakte, Aufgaben, Notizen). KMail ist nur die Mail-Komponente. Du kannst KMail standalone öffnen oder über Kontact als Tab.

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Tags
mailcow kmail linux kde kontact

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