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Surveillance Station mit IP-Kameras einrichten

Synology als Aufzeichnungs-Server für IP-Kameras zuhause oder im Geschäft. Was eine Lizenz kostet, wie man Kameras anbindet, was Du beim Streaming übers Internet beachten musst.

mittel ·

Surveillance Station ist Synologys Lösung für IP-Kamera-Aufzeichnung. Wenn Deine Synology bei uns steht, ist das ein netter Zusatz: Kameras im eigenen Heim oder Geschäft streamen zur NAS, die zeichnet auf, Du schaust per Browser oder App rein.

Vorab: Surveillance Station ist nicht für jeden. Wenn Du nur eine oder zwei Kameras hast, eignet sich oft auch eine Cloud-Lösung wie Reolink Cloud oder UniFi Protect besser. Surveillance Station spielt seine Stärke bei 4+ Kameras, vielen gleichzeitigen Streams und dem Wunsch, alles unter Deiner Kontrolle zu haben, aus.

Lizenzmodell

Synology liefert mit der NAS 2 Kamera-Lizenzen kostenlos. Jede zusätzliche Kamera braucht eine Lizenz — als Einmalzahlung beim Synology-Reseller. Aktuelle Preise (Stand 2026):

  • 1 Kamera: ca. 60 €
  • 4 Kameras (Pack): ca. 200 €
  • 8 Kameras (Pack): ca. 380 €

Lizenzen sind an die NAS gebunden und gelten unbegrenzt — keine Abo-Gebühren.

Surveillance Station installieren

  1. Paket-Zentrum → „Surveillance Station” → Installieren.
  2. Nach Installation: in der DSM-App-Liste auf Surveillance Station klicken.
  3. Beim ersten Start einrichten: Volume auswählen, auf dem Aufzeichnungen landen sollen.

Tipp: Surveillance Station braucht viel Speicher. Eine 1080p-Kamera im H.264-Format produziert ca. 2 GB pro Stunde — bei 24/7-Aufzeichnung ~50 GB pro Tag pro Kamera. Bei 4 Kameras schnell 6 TB pro Monat. Plan Deine Volume-Größe entsprechend.

Mit Motion-Detection (nur bei Bewegung aufzeichnen) reduziert sich das auf etwa 10–20 % davon.

Kamera hinzufügen

In Surveillance Station: + → IP-Kamera hinzufügen.

Surveillance Station hat eine Datenbank mit Profilen für die meisten Kamera-Modelle. Du wählst:

  • Marke (Reolink, Hikvision, Axis, Dahua, Foscam, …)
  • Modell
  • IP-Adresse der Kamera
  • Login-Daten der Kamera

Wenn Dein Modell nicht in der Liste ist: ONVIF-Profil ausprobieren. ONVIF ist ein offener Standard, den die meisten modernen IP-Kameras sprechen — funktioniert oft auch bei „No-Name”-Kameras.

Kamera-Setup-Quick-Wins

RTSP statt HTTP: bei der Kamera-Konfiguration (auf der Kamera selbst, nicht in Surveillance Station) RTSP als Stream-Protokoll bevorzugen. Effizienter als HTTP-MJPEG.

H.265 statt H.264: wenn die Kamera kann, H.265 nutzen — halbiert den Speicherbedarf bei gleicher Qualität. Surveillance Station unterstützt beide.

Sub-Stream aktivieren: Viele Kameras haben Main- und Sub-Stream. Surveillance Station nutzt den Sub-Stream für die Live-Übersicht (mehrere Kameras gleichzeitig), den Main-Stream für die Aufzeichnung. Spart Bandbreite und CPU.

Aufzeichnungs-Modi

Pro Kamera kannst Du wählen:

  • Kontinuierlich: 24/7 aufzeichnen. Maximale Sicherheit, maximaler Speicher.
  • Bewegungserkennung: nur bei Motion. Spart Speicher, kann aber Anfangs-Sekunden eines Events verpassen.
  • Zeitplan: nur zu bestimmten Zeiten (z.B. nachts).
  • Aktion-getriggert: bei externem Trigger (Türklingel, Bewegungsmelder).

Kombinieren geht: tagsüber Bewegungserkennung mit 5-Sekunden-Pre-Roll, nachts kontinuierlich.

Streaming übers Internet — Bandbreite

Wenn Du von unterwegs Live-Streams anschauen willst, läuft das durch Deine Internet-Anbindung an der NAS. Bei einer 1080p-Kamera typisch 4–8 Mbit/s pro Stream.

Bei uns mit 1 GBit symmetrisch ist das problemlos. Wenn Du eine zweite Synology zu Hause hast, kommt’s auf den Heim-Upload an — bei 50 MBit Upload reichen 4–6 parallele Streams.

Die DS Cam App auf iPhone/Android adaptiert die Auflösung automatisch — mobil siehst Du oft Sub-Stream (480p), reicht für Vorschau.

Mobile App: DS Cam

Synology hat mit DS Cam eine eigene App für iOS/Android, die mit Surveillance Station verbunden wird. Login mit DSM-Credentials, dann siehst Du:

  • Live-Streams Deiner Kameras
  • Zeitleiste mit Aufzeichnungen
  • Push-Benachrichtigungen bei Motion-Events

Aus unserer Erfahrung: stabilste Mobile-App im Synology-Universum. Funktioniert auch übers Mobilfunknetz problemlos.

Recording-Speicher verwalten

Surveillance Station löscht alte Aufzeichnungen automatisch nach den Retention-Regeln, die Du pro Kamera einstellst. Standard-Empfehlung:

  • 30 Tage Aufzeichnungen behalten.
  • Bei Speicher-Knappheit: alte Events löschen, ohne Pre/Post-Recordings reduzieren.

In Surveillance Station → Aufnahme → Einstellungen kannst Du Retention pro Kamera, Speicher-Limit, Auto-Cleanup-Regeln setzen.

Häufige Fragen

Welche Kameras funktionieren? Praktisch alle, die ONVIF oder RTSP sprechen. Konkrete Empfehlungen aus unserer Erfahrung:

  • Reolink (RLC-Serie): gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ONVIF, läuft fast immer.
  • Hikvision und Dahua: Profi-Liga, auch funktional, aber Konfiguration teils kniffliger.
  • Axis: Premium, sehr stabil, deutlich teurer.
  • Vermeiden: billige No-Name-Kameras von Aliexpress — oft instabile RTSP-Streams.

Brauche ich eine besondere Hardware? Bei 4 Kameras 1080p mit Motion-Detection: jede Plus-Synology reicht (DS225+, DS925+, DS1625+). Bei 8+ Kameras oder 4K-Streams: DS925+ mit erhöhtem RAM oder DS1625+ empfohlen.

Wie sehe ich aus dem Heim-Netzwerk auf die Synology bei uns? Wenn Deine Kameras zuhause stehen und die Aufzeichnung in xaweho läuft, schaffst Du das nur mit VPN oder einer Site-to-Site-Verbindung. Die Kameras müssen die Synology bei uns als RTSP-Ziel erreichen können — direkt übers Internet ist riskant (RTSP unverschlüsselt).

Realistischer Setup: VPN-Server auf der Synology zuhause, Synology bei uns als Client darin, dann tunnelt die Kamera durch.

Oder: Synology zuhause als „lokale Surveillance Station” + Sync der Aufzeichnungen zur xaweho-Synology als Backup.

Kann ich Surveillance Station ohne Synology nutzen? Surveillance Station ist Synology-spezifisch. Es gibt Alternativen wie BlueIris (Windows), Frigate (Open Source, mit ML-Detection), Shinobi — die funktionieren ohne Synology, aber dann brauchst Du eine andere Lösung als Server.

Was ist mit Audio? Wenn die Kamera Audio sendet (manche tun das), zeichnet Surveillance Station es mit auf. Achte aber auf rechtliche Aspekte — Audio-Aufzeichnung im öffentlichen Bereich ist in Deutschland in vielen Fällen verboten.

Wie sicher ist meine Kamera-Aufzeichnung? Auf der Synology liegen die Files unverschlüsselt (außer Du nutzt verschlüsselten Shared Folder). Im Volume-Verschlüsselungs-Setup geht das, aber Aufzeichnung läuft nur, wenn das Volume entsperrt ist — was nach jedem NAS-Reboot manuell passieren muss. Daher: Surveillance Station meist auf unverschlüsseltem Volume.

DSGVO und Aufzeichnung im Geschäft? Wenn Du Kunden oder Mitarbeiter aufzeichnest, gilt DSGVO. Hinweis-Schilder, Verarbeitungsverzeichnis, Speicher-Frist (typ. 72 Stunden bei reinem Diebstahl-Schutz). Wir sind nicht Deine Datenschutz-Beratung — frag eine Anwältin/einen Anwalt, wenn Du gewerblich aufzeichnest.

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synology surveillance kameras video

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