Synology Drive ist das, was Du brauchst, wenn Du Deine NAS wie eine Dropbox nutzen willst — Dateien synchronisieren auf Mac/Windows/Linux/iOS/Android, Sharing-Links mit Passwort, Versionsverlauf, alles aus einer Hand. Nach unseren Erfahrungen das beliebteste Synology-Paket bei Privatkunden.
Das Setup hat zwei Teile: das Synology Drive Server-Paket auf der NAS aktivieren, und den Drive Client auf Deinen Endgeräten installieren.
1. Drive Server auf der Synology aktivieren
Wenn Du Drive bei Bestellung gewünscht hast, ist es schon installiert. Ansonsten:
- Paket-Zentrum öffnen.
- „Synology Drive Server” suchen → Installieren.
- Nach der Installation in Synology Drive Admin Console wechseln (eigenes Icon im DSM-Hauptmenü).
In der Admin Console findest Du:
- Übersicht — wer wie viel synchronisiert
- Team-Ordner — gemeinsame Ordner für mehrere User aktivieren
- Versionsverlauf — wie viele Versionen pro Datei behalten werden (Default: 32, gut so)
- Protokollverwaltung — wer wann welche Datei geändert hat
- Aufgabenliste — laufende Synchronisationen
2. Drive Client auf Endgeräten installieren
Den Client gibt’s für alle Plattformen unter synology.com/de-de/dsm/feature/drive. Auf iOS und Android in den jeweiligen App Stores.
Beim ersten Start Deine Server-Adresse angeben — typisch die DSM-URL ohne Port, z.B. https://12345.nas.xaweho.de:5001/ (oder Deine eigene Domain, falls gesetzt). Login mit DSM-Benutzer und -Passwort.
Wenn Du 2FA aktiviert hast (was Du solltest), wirst Du beim Setup nach dem TOTP-Code gefragt — danach merkt sich der Client den Login per App-Token.
3. Sync-Ordner einrichten
Der Drive Client öffnet beim ersten Start eine Setup-Maske:
Sync-Modus wählen:
- Sync-Aufgabe (klassisch wie Dropbox): einen lokalen Ordner ↔ Server-Ordner spiegeln. Lokale Änderung → Server, Server-Änderung → lokal.
- Backup-Aufgabe: einseitig — lokal → Server. Dein Computer schiebt Daten zur Synology, aber nichts vom Server zurück. Praktisch für Backups Deiner Dokumente.
On-Demand-Sync ist eine Option ab DSM 7: nicht alle Daten landen lokal, sondern erscheinen als Platzhalter. Beim Doppelklick wird die Datei aus dem Server geholt. Spart Speicher auf Mac/Windows, aber braucht Internet beim Öffnen jeder Datei.
Aus unserer Erfahrung: Sync-Aufgabe für Dokumente, On-Demand-Sync für große Foto-Bibliotheken oder Filme.
4. Browser-Zugriff auf Drive
Auch ohne Client erreichst Du Deine Drive-Daten im Browser unter https://<deine-domain>/?launchApp=SYNO.SDS.Drive.Application oder über die App-Liste in DSM. Praktisch für gelegentlichen Zugriff von einem fremden Computer — keine Installation nötig.
Im Browser kannst Du:
- Dateien hochladen, herunterladen, umbenennen
- Sharing-Links erzeugen (mehr unten)
- Vorherige Versionen einer Datei wiederherstellen
- Office-Dokumente direkt im Browser bearbeiten (mit Synology Office, separate App)
5. Sharing-Links erzeugen
Im Drive (Browser oder Client): Rechtsklick auf eine Datei oder einen Ordner → Freigabelink kopieren oder Freigabe.
Im erweiterten Dialog (über Freigabe) kannst Du einstellen:
- Ablaufdatum — Link verfällt automatisch, etwa nach 7 Tagen.
- Passwort — der Empfänger braucht zusätzlich ein Passwort. Empfehlen wir bei sensiblen Daten dringend.
- Lese- vs. Schreibrechte — Empfänger kann nur runterladen oder auch hochladen.
- Anzahl Downloads beschränken — nach N Downloads ist der Link tot.
Aus eigener Erfahrung: bei Kundendokumenten immer Passwort plus Ablaufdatum. Niemals nackte „Wer den Link hat, kommt rein”-Links für sensible Sachen.
6. Drive auf dem Smartphone
Die Drive-App auf iOS und Android macht im Wesentlichen das gleiche wie der Desktop-Client, plus:
- Foto-Auto-Upload (überschneidet sich mit Synology Photos — siehe Synology Photos)
- Offline-Synchronisation einzelner Dateien
- Browse durch Server-Ordner mit On-Demand-Download
Aktiviere für gute UX:
- Push-Benachrichtigungen für geteilte Dokumente
- Auto-Upload für Kamera-Bilder, falls Du nicht Synology Photos parallel nutzt
Best Practices aus unserer Praxis
Ein paar Sachen, die wir bei Kunden immer wieder sehen:
Mach einen separaten Drive-Ordner pro Use-Case: Persönliches, Arbeit, geteilte Familien-Sachen. Synct sich getrennt, Du kannst pro Ordner Sync-Modus wählen.
Versionsverlauf nicht vergessen: 32 Versionen pro Datei (Default) reichen für die meisten Szenarien. Bei häufig editierten Dokumenten (Mac-Pages auto-saves alle 30 Sekunden!) kann das auch mal eng werden — dann in der Admin Console hochsetzen oder per Datei nur Major-Versionen behalten.
Drive ist kein Backup. Wenn Du eine Datei lokal löschst, ist sie auch auf der Synology weg. Versionsverlauf hilft nur 32 Versionen lang. Echtes Backup machst Du mit Hyper Backup auf storageDRIVE — siehe Hyper Backup auf storageDRIVE.
Bei großen Datenbeständen das initiale Sync nicht über WLAN starten. Eine 200-GB-Foto-Bibliothek ist über WLAN ein Krampf. Erstes Sync per Ethernet anstoßen, danach Switch auf WLAN okay.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich Drive von Cloud Station Drive? Cloud Station Drive war der Vorgänger von Synology Drive auf alten DSM-Versionen (DSM 6 und früher). Synology Drive ist die aktuelle, supportete Variante. Wenn Du noch Cloud Station Drive nutzt, migriere — Synology Drive Server kann das automatisch übernehmen.
Kann ich mehrere Synologies parallel mit dem gleichen Drive synchronisieren? Ja. Im Client kannst Du mehrere Server-Verbindungen anlegen. Praktisch z.B. Heim-Synology und xaweho-Synology parallel — pro Server eigene Sync-Aufgaben.
Was passiert bei Sync-Konflikten?
Wenn die gleiche Datei auf zwei Geräten gleichzeitig geändert wurde, behält Drive beide Versionen — eine bekommt einen Suffix (Datei (conflict).docx). Du musst manuell entscheiden, welche Du behalten willst.
Wieviel Bandbreite zieht Drive? Initial-Sync: so viel wie geht. Im Alltag praktisch nichts — Drive synct nur die Differenz. Du kannst pro Aufgabe ein Upload/Download-Limit setzen, falls Du tagsüber nicht Deine ganze Anbindung blockieren willst.
Wo liegen die Drive-Daten auf der Synology?
Standardmäßig im Shared Folder homes/<benutzer>/Drive. Du kannst pro User/Aufgabe auch einen anderen Speicherort wählen (in der Drive Admin Console).
Kann ich Drive-Daten verschlüsseln? Synology unterstützt verschlüsselte Shared Folders (AES-256). Drive kann auf einen verschlüsselten Folder synchronisieren — Du musst dann nach jedem NAS-Reboot den Folder manuell entsperren oder mit einem Auto-Mount-Skript arbeiten.
Was, wenn ich auf eine andere NAS umziehen will? Drive-Daten kopieren (per File Station oder Hyper Backup), Drive-Server auf neuer NAS aktivieren, Clients umstellen — alles geht. Drei bis vier Stunden Aufwand, wenn die Datenmenge nicht riesig ist.
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