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Synology Photos einrichten — Foto-Auto-Upload und Album-Verwaltung

iCloud-Photos-Ersatz auf eigener Hardware. So richtest Du Synology Photos ein, aktivierst den Auto-Upload und nutzt Gesichts- und Objekterkennung.

einfach ·

Synology Photos ist das Synology-Pendant zu Apple Photos oder Google Fotos — Foto-Verwaltung mit Auto-Upload, Album-Browsing, Gesichts- und Objekterkennung, Sharing. Bei den meisten unserer Privatkunden ist es das zweitwichtigste Paket nach Drive.

Photos schließt eine Lücke, die Drive nicht abdeckt: Drive synct alle Files generisch, Photos kennt Foto-spezifische Metadaten (EXIF, GPS, Datum) und kann sie durchsuchbar machen.

1. Photos auf der Synology aktivieren

Wenn Du Photos bei Bestellung wolltest, läuft es schon. Sonst:

  1. Paket-Zentrum → „Synology Photos” suchen → Installieren.
  2. Nach Installation: in der DSM-App-Liste das Photos-Icon klicken.

Beim ersten Aufruf wirst Du gefragt, ob Du in den persönlichen Bereich oder gemeinsam genutzten Bereich ablegen willst:

  • Persönlich: Fotos liegen in home/Photos/ — nur Du siehst sie (außer Du teilst sie aktiv).
  • Gemeinsam genutzt: Fotos liegen in photo/ — alle User mit Berechtigung sehen sie. Praktisch für Familienfotos.

In der Praxis nutzen viele beide: persönliche Fotos privat, Familienfotos gemeinsam.

2. Auto-Upload vom Smartphone

Lade die Synology Photos-App im App Store oder Play Store. Login mit Deinen DSM-Credentials.

Im App-Menü → Einstellungen → Foto-Backup:

  • Backup aktivieren anklicken.
  • Quelle: welche Ordner sollen gesichert werden (Kamera-Roll, Screenshots, etc.).
  • Ziel: wohin auf der Synology — Standard ist Persönlicher Bereich/Photos/Mobile.
  • Bedingungen: nur über WLAN, nur beim Laden, nur in bestimmten Zeiträumen.

Empfehlen wir: WLAN-only (sonst frisst Dir Auto-Upload Dein mobiles Datenvolumen), Backup nur beim Laden (sonst geht der Akku schnell durch).

Das Erste-Mal-Backup kann je nach Foto-Bibliothek mehrere Stunden bis zwei Tage dauern. Danach laufen einzelne neue Fotos in Sekunden durch.

3. Gesichtserkennung aktivieren

Photos kann automatisch Gesichter erkennen und Personen über Bilder hinweg gruppieren — wie bei Apple Photos. Default: aktiviert.

In den Einstellungen → Konto → Personen-Erkennung: aktivieren oder deaktivieren.

Die Berechnung läuft auf der Synology selbst — keine Bilder werden in die Cloud geschickt. CPU der Synology wird dabei kurz hochgefahren; bei großen Bibliotheken merkst Du das beim ersten Scan.

Nach Erkennung gehst Du in Personen (linkes Menü) und benennst die Gruppen. Ab da kannst Du Fotos einer bestimmten Person mit einem Klick filtern.

4. Alben anlegen

In Photos: Alben → + → Album-Name vergeben → Fotos auswählen.

Es gibt drei Album-Typen:

  • Manuell: Du wählst die Fotos selbst.
  • Bedingungsbasiert: Album wird automatisch gefüllt — nach Datum, Ort, Person, Kameramodell etc. Praktisch z.B. für „Italien 2025” (alle Fotos mit GPS in Italien aus 2025).
  • Geteilt: Album mit Sharing-Link, andere können hineinschauen oder mitmachen.

Wie bei Drive: Foto oder Album auswählen → Freigeben → Link mit Passwort und Ablaufdatum erzeugen.

Praktisch z.B. Familienfeier-Album an Verwandte schicken. Wir empfehlen immer Passwort plus Ablaufdatum, weil Foto-Links gerne weitergeleitet werden.

6. Auf dem Mac und PC

Photos hat einen eigenen Desktop-Client (auch unter synology.com/de-de/dsm/feature/photos). Funktional schmaler als die Mobile-App — vor allem für Browser-Zugriff über https://<deine-domain>/?launchApp=SYNO.Foto.AppInstance.

Einige machen’s auch so: Synology Drive Client für die generelle File-Sync, Photos-Browser für die Foto-Ansicht. Funktioniert beides gleichzeitig auf dem gleichen Photos-Ordner.

Migration von iCloud Photos

Klassischer Use Case bei uns: jemand will weg von iCloud Photos. Funktioniert so:

  1. iCloud-Export anfordern: Bei Apple unter privacy.apple.com → Datenkopie anfordern. Apple schickt nach 1–7 Tagen einen Download-Link mit Deiner kompletten Foto-Bibliothek als ZIP.
  2. ZIP auf den Mac entpacken.
  3. Synology Photos Desktop-Client starten, Sync-Aufgabe einrichten: lokaler Ordner mit den entpackten iCloud-Fotos → Synology Photos Server.
  4. Warten — bei 200 GB Bibliothek über DSL etwa 6–10 Stunden, über Glasfaser deutlich schneller.
  5. Wenn alles oben ist, iCloud Photos auf den iPhone deaktivieren und Synology-Photos-Auto-Upload aktivieren. Ab dem Tag landen neue Fotos bei Dir, nicht mehr in der iCloud.

Wenn die Bibliothek riesig ist: Frag uns, wir können auch einen externen Datenträger annehmen (per Post oder Drop-off in Düsseldorf), das geht erheblich schneller als über die Leitung.

Best Practices

RAW-Files mitsichern: Wenn Du in RAW fotografierst, in den Auto-Upload-Settings explizit den RAW-Ordner aufnehmen. Auto-Detect übersieht den manchmal.

Mehrfach-Backups: Photos auf der Synology ist eine Kopie. Echtes Backup machst Du zusätzlich mit Hyper Backup auf storageDRIVE — wir hatten Fälle, wo eine versehentliche Mass-Löschung in Photos durch das Versions-Limit nicht mehr revertierbar war.

EXIF-Dates checken: Manche Smartphones speichern den lokalen Zeitstempel, andere UTC. Wenn Deine Fotos in Photos zeitlich falsch landen, in den App-Settings das Zeitzonen-Handling anpassen.

Indizierung kann lange dauern: Bei 50.000+ Fotos dauert die initiale Indizierung mit Personen- und Objekterkennung mehrere Tage. Das passiert auf der Synology in Niedriglast-Phasen — nicht blockierend, aber Funktionen wie „nach Person filtern” sind erst nach Indizierung voll nutzbar.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu Synology Drive? Drive synct generische Files. Photos versteht Foto-Metadaten (EXIF, GPS, Personen, Objekte) und macht damit eine durchsuchbare Bibliothek. Wenn Du nur ein paar JPGs ablegen willst: Drive reicht. Wenn Du viele Fotos hast und sie sortieren willst: Photos.

Kann ich Drive und Photos auf den gleichen Ordner zeigen lassen? Technisch ja, aber wir raten ab. Photos schreibt Sidecar-Dateien (.@SynoEAStream/) in den Ordner, Drive synct die mit, das frisst Bandbreite. Lieber Photos seinen eigenen Ordner geben.

Was, wenn ich Fotos lokal in Photos lösche? Sie landen im Papierkorb auf der Synology — nach 30 Tagen weg. Bis dahin wiederherstellbar. Ältere Versionen sind nicht aufgehoben (es sei denn, Du hast Snapshots aktiviert — siehe Snapshot Replication).

Wieviel Speicher braucht ein typisches Setup? Schätzformel: 4–6 MB pro Foto, 200–500 MB pro Minute Video (je nach Qualität). Ein iPhone-Setup von Familie produziert oft 100–200 GB pro Jahr.

Kann Photos auch HEIC-Dateien? Ja. Photos zeigt HEIC-Bilder direkt an, ohne sie zu konvertieren. Beim Export zum Sharing-Link wird HEIC in der Regel als JPG ausgeliefert (je nach Empfänger-Gerät), das Original bleibt unangetastet.

Funktionieren Live Photos? Ja, beide Teile (das Standbild und die kurze Video-Datei) werden hochgeladen und in der App als Live Photo angezeigt. Bei Sharing-Links bekommen Empfänger nur das Standbild — der Video-Teil ist Apple-proprietär.

Was ist mit Apple-spezifischen Features wie iCloud Memories? Synology Photos hat eigene „Erinnerungs”-Features (in der Mobile-App unter „Highlights”), die ähnlich funktionieren. Apple-Memories selbst kommen nicht mit, weil sie Apple-proprietär sind.

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