Online-Festplatte, virtuelle Festplatte, Cloud-Speicher als Laufwerk — drei Namen für dieselbe Sache: Speicher, der nicht in Deinem Rechner steckt, sich aber so anfühlt. Wir betreiben mit storageDRIVE selbst eine, beraten aber seit Jahren auch Leute, die von woanders kommen oder woanders hinwollen. Hier die sieben Punkte, die beim Anbieter-Vergleich wirklich zählen — inklusive der Stellen, an denen wir selbst nicht die beste Wahl sind.
Erst die Begriffe
- Online-Festplatte / virtuelle Festplatte: Speicher, den Du als Laufwerk in den Datei-Manager Deines Rechners einbindest (per SMB oder WebDAV). Dateien liegen nur beim Anbieter, Dein Rechner bleibt leer.
- Sync-Dienst (Dropbox-Prinzip): ein lokaler Ordner wird gespiegelt. Alles ist offline verfügbar, belegt aber lokalen Platz.
- Gute Anbieter liefern beides — dann wählst Du pro Anwendungsfall.
1. Wo liegen die Daten — und wem gehört der Anbieter?
„Serverstandort Deutschland” allein reicht nicht. Wenn der Betreiber ein US-Konzern oder dessen Tochter ist, greift der US CLOUD Act: US-Behörden können Herausgabe verlangen, auch wenn der Server in Frankfurt steht. Prüf also zwei Dinge: Wo stehen die Server, und wer steht im Impressum. Ein deutscher Anbieter mit deutschen Servern unterliegt DSGVO und BDSG — ohne Umweg über einen US-Mutterkonzern.
2. Wie kommt der Speicher an Deinen Rechner?
Der Unterschied zwischen einer echten Online-Festplatte und einem Web-Upload-Formular sind die Protokolle. Frag konkret nach:
- SMB — bindet den Speicher als ganz normales Laufwerk ein, auf Mac, Windows und Linux mit Bordmitteln. Der Königsweg, den längst nicht jeder anbietet.
- WebDAV — die HTTPS-Alternative, kommt auch durch strikte Firmennetze.
- SFTP/FTPS — für Skripte und automatisierte Uploads.
- Browser-Zugriff — wichtig für fremde Rechner: Gibt es einen vollen Datei-Manager im Web oder nur eine Upload-Maske?
Bonus-Frage für Mac-Nutzer: Akzeptiert der Speicher Time Machine als Backup-Ziel? Das geht nur mit echtem SMB.
3. Preis pro TB — und was im Kleingedruckten steht
Rechne jeden Tarif auf den Preis pro TB und Monat um, sonst vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Und prüf die Staffelung: Manche Anbieter werden pro TB teurer, je mehr Du buchst — es sollte andersrum sein oder wenigstens flat. Versteckte Posten, nach denen Du suchen solltest: Traffic-Limits, Gebühren für Downloads („Egress”), Aufpreise für Protokoll-Zugänge.
4. Papierkorb, Versionen, Backup — drei verschiedene Dinge
- Papierkorb: rettet Dich vor versehentlichem Löschen. Minimum.
- Versionierung: rettet Dich vor versehentlichem Überschreiben — wichtig, wenn Du direkt auf dem Laufwerk arbeitest.
- Backup durch den Anbieter: rettet Dich, wenn beim Anbieter selbst etwas schiefgeht. Frag, ob es existiert, wie oft es läuft und ob es an einem zweiten Standort liegt. „RAID” ist übrigens kein Backup — das schützt nur vor Plattenausfall, nicht vor Löschen, Verschlüsselungstrojanern oder einem Brand.
5. Verschlüsselung — und der Zero-Knowledge-Trade-off
At-rest-Verschlüsselung (Daten auf den Platten verschlüsselt) und verschlüsselte Übertragung sollten Standard sein. Zero-Knowledge-Verschlüsselung — der Anbieter kann Deine Daten prinzipiell nicht lesen — ist ein echtes Plus für Hochsensibles, kostet aber je nach Anbieter Komfort: eingeschränkte Browser-Vorschau, umständlicheres Teilen, oft keine Laufwerk-Einbindung. In 95 % der Fälle ist die Kombination aus at-rest-Verschlüsselung und einem Anbieter unter DSGVO der praktikable Weg. Wer mehr will, verschlüsselt selektiv selbst, etwa mit Cryptomator — das funktioniert auf jeder Online-Festplatte.
6. Vertragslaufzeit und Kündigung
Monatlich kündbar sollte der Normalfall sein. Vorsicht bei Lockangeboten mit 24-Monats-Bindung und Preissprung nach dem ersten Jahr — beim Speicher zahlst Du den Sprung dann auf Jahre.
7. Kommst Du wieder raus?
Die wichtigste Frage stellst Du am besten vor dem Einzug: Bekommst Du alle Daten per Standard-Protokoll (SMB, WebDAV, SFTP) wieder heraus, oder nur durch die App des Anbieters? Wenn der Export nur über ein proprietäres Tool geht, ist das Vendor-Lock-in mit Ansage.
Wo storageDRIVE dabei steht
Klartext zu unserem eigenen Produkt entlang der Liste: deutscher Anbieter, alle Daten auf eigener Hardware an drei deutschen Standorten, tägliche Backups standortübergreifend. SMB 3, WebDAV, SFTP, FTPS, voller Datei-Manager im Browser, Time-Machine-Ziel. Monatlich kündbar, Preis pro TB flat statt nach oben gestaffelt — nur der kleinste Tarif liegt minimal drüber; die aktuellen Tarife stehen auf der Produktseite. Was wir nicht haben: Zero-Knowledge-Verschlüsselung (siehe Punkt 5 — Cryptomator läuft aber problemlos drauf) und Mehrbenutzer-Tarife mit geteiltem Speicher — dafür ist Nextcloud Hosting die richtige Wahl.
Häufige Fragen
Ist eine Online-Festplatte dasselbe wie Cloud-Speicher? Cloud-Speicher ist der Oberbegriff. Online-Festplatte meint die Nutzungsform „als Laufwerk am Rechner” — statt nur App oder Browser.
Reicht nicht einfach eine externe USB-Platte? Für Backups am selben Ort: ja, bis die Wohnung brennt oder die Platte mitsamt Laptop-Tasche verschwindet. Eine Online-Festplatte ist der zweite Ort, den die 3-2-1-Backup-Regel verlangt — und sie ist von jedem Gerät aus erreichbar.
Wie schnell muss mein Internet sein? Fürs Arbeiten mit Dokumenten reicht jede DSL-Leitung. Bei großen Dateien (Video, RAW-Fotos) zählt vor allem der Upload — der ist bei DSL meist das Nadelöhr. Erste Großbestände lädt man besser nicht durch die eigene Leitung; wir nehmen dafür zum Beispiel eingesandte Datenträger an und laden sie über unsere Anbindung hoch.
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