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Backup-Verification — wie PBS die Integrität Deiner Backups prüft

Verification rechnet Hashes der Backup-Chunks nach und stellt sicher, dass nichts korrupt ist. So aktivierst Du regelmäßige Verifications und liest die Ergebnisse.

mittel ·

Ein Backup, von dem Du nicht weißt, ob es noch lesbar ist, ist kein Backup. PBS hat dafür Verification: ein Job, der die SHA-256-Hashes aller gespeicherten Chunks nachrechnet und mit den im Manifest gespeicherten Soll-Werten vergleicht. Wenn ein Chunk auf der Festplatte still korrumpiert ist (Bit-Rot, Hardware-Defekt), erkennt das die Verification — bevor Du im Notfall feststellst, dass der Restore fehlschlägt.

Wann Verification automatisch läuft

Standardmäßig macht PBS keine Verification — Du musst sie konfigurieren. Bei uns ist eine Default-Verification-Policy aktiv: alle Snapshots werden einmal nach Erstellung verifiziert, danach alle 30 Tage erneut.

Du kannst eigene Verify-Jobs anlegen, wenn Du strengere Policies willst.

Verify-Job in der GUI anlegen

  1. Datastore → <dein-datastore> → Verify Jobs
  2. Add klicken

Im Dialog:

FeldEmpfehlung
Scheduleweekly Sat 06:00 — jeden Samstag um 6 Uhr morgens
Ignore Verified Snapshotsaktiviert (spart Zeit, wenn schon verifiziert)
Outdated After30 Tage (nach 30 Tagen wird re-verified)
Worker Threads1 (Standard, mehr braucht meist nur ein zentraler PBS)

Klick Add.

Was passiert bei einer Verification

PBS liest jedes Chunk-File, rechnet den SHA-256-Hash nach und vergleicht mit dem im Backup-Index gespeicherten Hash. Bei Abweichung wird der Snapshot als “Failed” markiert.

Eine Verification ist disk-I/O-intensiv. Bei einem 1-TB-Datastore dauert die Vollverifikation oft mehrere Stunden. Auf unserer Hardware mit ZFS und schnellen NVMe-Caches ist das aber kein Problem — wir haben Verify-Jobs auf große Datastores standardmäßig nachts laufen.

Verify-Status in der Übersicht

In Datastore → Content siehst Du pro Snapshot eine Spalte “Verify State”:

  • OK — Backup ist intakt
  • Failed — Korruption festgestellt
  • None — noch nicht verifiziert
  • Outdated — letzte Verifikation älter als die “Outdated After”-Schwelle

Die Status werden farblich markiert (grün/rot/grau).

Was tun, wenn Verification fehlschlägt?

Erstmal Ruhe bewahren — eine fehlgeschlagene Verification heißt nicht zwingend, dass das Backup unbrauchbar ist. Mögliche Ursachen:

  1. Festplatten-Bit-Rot: Daten auf der HDD sind tatsächlich korrupt. Restore könnte unmöglich sein.
  2. Hardware-Fehler: defekter RAM, defekter Controller — temporär falsches Reading.
  3. Software-Bug: extrem selten, aber möglich.

Was wir machen, wenn ein Backup auf unserer Seite fehlschlägt:

  • Wir kontrollieren ZFS-Scrub-Logs unserer Datastores.
  • Bei vielen Korruptionen tauschen wir die betroffene Disk und stellen aus dem Spiegel-Standort wieder her.
  • Wir kontaktieren Dich, falls es Backups in Deinem Datastore betrifft.

Was Du machen kannst:

  • Den fehlgeschlagenen Snapshot manuell erneut verifizieren (vielleicht war’s temporär).
  • Im PVE einen aktuellen Backup-Job starten — die meisten Setups haben mehrere Snapshots, der davorige ist meist okay.
  • Falls einzelne wichtige Backups Failed sind: schreib uns ein Ticket, wir prüfen.

Verification per CLI

# Manueller Verify eines bestimmten Snapshots
proxmox-backup-client verify <datastore> vm/100/2026-05-08T02:00:00Z

# Alle Snapshots eines Datastores
proxmox-backup-manager verify <datastore>

Die CLI ist identisch zur GUI — nutze sie, wenn Du in einem Skript automatisieren willst.

Best Practices

  • Wöchentlicher Verify-Job für Datastores ist die Standard-Empfehlung.
  • Outdated After 30 Tage ist sinnvoll — älter sollten Backups nicht ohne Re-Check sein.
  • “Ignore Verified Snapshots” aktiv lassen: spart erheblich CPU/IO.
  • Notifications einrichten: Du willst sofort eine Mail, wenn Verification fehlschlägt — siehe E-Mail-Notifications einrichten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Verification? Hängt von Datastore-Größe und Disk-Performance ab. Auf unserer Infrastruktur mit ZFS und NVMe-Caches: 1 TB an Backup-Daten in etwa 1–2 Stunden. Bei reinem HDD-Storage 4–8 Stunden.

Was bedeutet “Outdated”? Snapshots, die länger als die im Verify-Job konfigurierte Schwelle nicht verifiziert wurden, gelten als Outdated. PBS markiert sie und der nächste Verify-Job nimmt sie erneut dran. Praktisch: alte Backups werden regelmäßig re-checked.

Kostet Verification Bandbreite? Nein. Verification läuft komplett auf dem PBS — keine Daten werden zu Dir übertragen.

Kann ich Verification deaktivieren, um Performance zu sparen? Theoretisch ja, aber davon raten wir dringend ab. Ein Backup ohne Verification ist eine Wette darauf, dass die Festplatte stabil bleibt — und nach unseren Erfahrungen läuft das in 1–2 % der Fälle nicht gut.

Was, wenn ich nach 6 Monaten Backups noch nie eine Verification gesehen habe? Schreib uns ein Ticket. Wir betreiben einen Default-Verify-Job auf unserer Infrastruktur, aber falls da was hakt, schauen wir nach.

Kann ich in der GUI sehen, welcher Chunk genau korrupt ist? Bei einem Failed-Snapshot zeigt das Task-Log den genauen Chunk-Hash, der nicht stimmt. Mit dem Hash kannst Du den Chunk auf der Disk lokalisieren — interessant für tiefes Debugging, aber nicht nötig für die meisten Recovery-Szenarien.

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pbs verification integrity

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