HTTPS ist Pflicht für jede moderne Webseite — Google straft HTTP-Sites in den Suchergebnissen ab, Browser warnen mit „Nicht sicher”. Plesk macht das einfach: ein Klick und Du hast ein gültiges Let’s-Encrypt-Zertifikat. Hier wie’s geht.
Let’s Encrypt-Zertifikat ausrollen
In Plesk: Domain → Hosting & DNS → SSL/TLS-Zertifikate.
Klick „Let’s Encrypt installieren”:
- Domains-Auswahl: Hauptdomain plus optional
www.deinedomain.de, Mailservermail.deinedomain.de, Webmailwebmail.deinedomain.de - E-Mail: für Ablauf-Hinweise von Let’s Encrypt
- Wildcard: aktivieren, wenn Du
*.deinedomain.dewillst (alle Subdomains) - Auto-Renewal: aktivieren (Default)
Klick Erteilen → Zertifikat wird beantragt, validiert, installiert. Dauer: 30-60 Sekunden.
Danach ist Deine Domain unter https:// erreichbar mit gültigem grünen Schloss.
Wildcard-Zertifikat
Für *.deinedomain.de (alle Subdomains in einem Zertifikat):
- Wildcard-Option aktivieren
- Plesk validiert per DNS-Challenge (TXT-Record) — funktioniert automatisch, weil unser DNS-Server Plesk integriert ist
Vorteil: ein Zertifikat für alle aktuellen und zukünftigen Subdomains, kein einzelnes Erteilen pro Subdomain.
Auto-Renewal
Let’s-Encrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig. Plesk erneuert automatisch alle 60 Tage.
Du musst nichts tun. Bei Renewal-Fehler bekommst Du Notification (z.B. wenn Domain auf falsche IP zeigt).
HTTP zu HTTPS umleiten
Wenn Du HTTPS aktiviert hast, willst Du normalerweise alle HTTP-Requests automatisch auf HTTPS umleiten. Plesk macht’s einfach:
In Hosting & DNS → Permanente SEO-sichere 301-Weiterleitung von HTTP zu HTTPS aktivieren anhaken.
Wirkt sofort. Wer http://deinedomain.de aufruft, wird auf https://deinedomain.de umgeleitet.
Manuell via .htaccess (Alternative)
Wenn Plesk-Toggle nicht passt (z.B. Custom-Setup): in /httpdocs/.htaccess:
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} off
RewriteRule ^(.*)$ https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [L,R=301]
HSTS aktivieren
HTTP Strict Transport Security teilt Browsern mit: „nutze immer HTTPS für diese Domain, auch beim ersten Mal”.
In Plesk → Hosting & DNS → SSL → HSTS aktivieren.
Wichtig: erst aktivieren, wenn HTTPS stabil läuft. HSTS ist hart — wenn HTTPS später kaputt geht, kommt der Besucher gar nicht mehr durch.
Zertifikat manuell prüfen
Im Browser: Schloss-Symbol → Zertifikat anzeigen.
Sollte zeigen:
- Aussteller: Let’s Encrypt
- Gültig von / bis (typisch 90 Tage)
- Subject-Alternative-Names (alle Domains, die das Zert deckt)
Per CLI:
openssl s_client -connect deinedomain.de:443 -servername deinedomain.de < /dev/null
Eigenes Zertifikat installieren
Wenn Du EV-Zertifikat oder kommerzielles Zert (z.B. von Sectigo, GeoTrust) hast:
In Plesk → SSL/TLS-Zertifikate → + SSL/TLS-Zertifikat hinzufügen:
- Privatschlüssel (PEM-Format)
- Zertifikat (PEM)
- CA-Bundle (Intermediate-Chain)
Speichern, dann in Hosting-Settings auswählen statt Let’s-Encrypt.
Use Case: bei manchen Compliance-Anforderungen (Bank, Behörde) wird EV verlangt. Für 99% der Webseiten reicht Let’s Encrypt.
Stolperfallen
„Let’s-Encrypt-Validierung fehlgeschlagen”
Plesk validiert per HTTP-Challenge (Datei in /httpdocs/.well-known/). Wenn das nicht klappt:
- Domain zeigt noch nicht auf unsere IP (DNS-Propagation kann 24h dauern)
.htaccessblockt/.well-known/-Pfad- Subdomain ist nicht im Plesk-DNS
Lösung: 24h warten, oder uns Ticket schicken.
„Mixed Content” nach HTTPS-Aktivierung
WordPress lädt manche Resources via http:// (alte Plugins, Custom-Themes). Browser-Konsole zeigt „Mixed Content”-Warnungen.
Lösung:
- WP-Admin → Einstellungen → Allgemein → Site-URL und WordPress-Adresse beide auf
https:// - Plugin Better Search Replace für
http://→https://in der Datenbank - WordPress Toolkit hat einen „Force HTTPS”-Mode, der das automatisch fixt
Wildcard-Zertifikat nicht für alle Subdomains gültig
Wildcard *.deinedomain.de deckt nur erste Subdomain-Ebene. Also blog.deinedomain.de ja, aber test.blog.deinedomain.de nicht.
Für tiefer verschachtelte: separates Zertifikat oder Domain-spezifisches Wildcard.
Mailserver-Zertifikat passt nicht
Wenn Du Mail unter mail.deinedomain.de betreibst, muss mail.deinedomain.de im Zertifikat enthalten sein — sonst Browser-Warnung beim Webmail.
Lösung: Wildcard nutzen oder beim Erteilen alle relevanten Subdomains anhaken.
Häufige Fragen
Kostet Let’s Encrypt extra? Nein, ist im Webhosting-Tarif inklusive — wir verlangen nichts dafür.
Wie lange dauert SSL-Aktivierung?
30-60 Sekunden nach Klick. Browser-Cache braucht evtl. Hard-Reload (Ctrl+Shift+R).
Kann ich SSL pro Subdomain extra machen? Default: das Wildcard- oder Multi-SAN-Zertifikat deckt Hauptdomain plus aktivierte Subdomains. Pro Subdomain extra ist möglich, aber unnötig kompliziert.
Was, wenn ich Domain bei einem anderen Anbieter habe (DNS extern)? Let’s-Encrypt-Validierung funktioniert per HTTP-Challenge → solange Domain auf unsere IP zeigt, klappt’s. Nameserver-Wechsel zu uns ist nicht zwingend.
Renewal schlägt fehl — was tun?
Plesk schickt Notification. Häufige Gründe: Domain auf falsche IP, .htaccess-Block, Rate-Limiting (>5 Renewals pro Domain pro Woche).
Lösung: Ticket bei uns, wir prüfen.
Browser zeigt „Verbindung unsicher” trotz aktivem Zertifikat.
Cache-Problem im Browser. Hard-Reload (Ctrl+Shift+R / Cmd+Shift+R).
Kann ich SSL für Mail (IMAP/SMTP) auch über Let’s Encrypt?
Wenn Du mail.deinedomain.de im Zertifikat hast: ja. Plesk konfiguriert IMAP/SMTP automatisch mit dem Zert.
Was bedeutet „A+“-Rating bei SSL-Labs? ssllabs.com/ssltest testet SSL-Konfig. Standard-Plesk-Setup gibt B oder A. Für A+ gibt’s HSTS-Settings, OCSP-Stapling, modernere Cipher-Suites — bei Bedarf konfigurieren wir auf Anfrage.
Weiter geht’s
Erste Anmeldung in Plesk
Was Du nach der Bestellung bekommst, wie Du Dich das erste Mal in Plesk einloggst und was Du als Erstes einstellen solltest.
Plesk-Dashboard und Navigation
Wie Plesk aufgebaut ist: linke Navigation, Domain-Liste, Tabs pro Domain, Service-Plan-Limits. Damit Du nicht suchen musst.
Domain-Übersicht und Webspace
Was die Domain-Detail-Seite zeigt: Document-Root, Subdomain anlegen, DNS-Status, Webspace-Quota. Damit Du Dich auf Deiner Hauptdomain auskennst.
File Manager im Browser
Files hochladen, editieren, Permissions setzen — alles in Plesks eingebauten File Manager. Wann das reicht, wann FTPS besser ist.